16. Februar 2017: Nach dem MsbG sind grundzuständige Messstellenbetreiber in das Entflechtungsregime des EnWG einzubeziehen. Damit soll verhindert werden, dass vertikal integrierte Messstellenbetreiber der eigenen Vertriebssparte einen Vorteil verschaffen. Zudem soll ausgeschlossen werden, dass die mit dem Messstellenbetrieb verbundenen Kosten Eingang in die Erlösobergrenze finden.  Von Stilianos Koulaxidis

Die Umsetzung erfolgt durch eine entsprechende Anwendung der §§ 6b, 6c und 54 EnWG. Es ist wenig verwunderlich, dass damit zahlreiche praktische Fragestellungen aufgeworfen werden.

Jüngst hat sich hierzu auch das Institut der Wirtschaftsprüfer e.V. (IDW) geäußert. Dabei vertritt der Arbeitskreis „Rechnungslegung und Prüfung von Energieversorgungsunternehmen“ teils eine andere Auffassung als die Bundesnetzagentur: So sei nach Ansicht des IDW etwa die Führung getrennter Konten im internen Rechnungswesen für den „modernen und intelligenten Messstellenbetrieb“ ausreichend. Auch soll es möglich sein, diese Konten mit den sog. „Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors“ zusammenzufassen. In der Konsequenz wird es vom IDW als nicht erforderlich angesehen, einen eigenen Tätigkeitsabschluss für den „modernen und intelligenten Messstellenbetrieb“ im Rahmen des Jahresabschlusses aufzustellen. Dessen Mehrheit sei mangels Weiterverarbeitung durch die Bundesnetzagentur nicht ersichtlich und würde die betroffenen Unternehmen nur zusätzlich belasten.

Da das MsbG bereits 2016 in Kraft getreten ist und keine Übergangsvorschriften enthält, geht das IDW schließlich davon aus, dass die von § 3 Abs. 4 MsbG geforderte Kontentrennung unterjährig aufzunehmen ist und zwar ab dem 02.09.2016.