09. November 2017:  Im Jahr 2018 wird die EEG-Umlage um 0,088 Cent/kWh auf 6,792 Cent/kWh leicht zurückgehen. Gründe dafür sind die jüngsten Reformen des EEG 2014/2017 sowie der gestiegene Börsenpreis, der zu einer Reduzierung der Marktprämie geführt hat. Von Alexander Matzner.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch hat sich in den vergangenen Jahren stärker als je zuvor gesteigert. Im Jahr 2013 lag er bei 25 Prozent. Im ersten Halbjahr 2017 ist er nach einer vorläufigen Berechnung bereits auf 35 Prozent gestiegen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt und wird dies auch weiterhin tun: Für das Jahr 2018 rechnen die Netzbetreiber mit einem weiteren Zubau von Erneuerbaren-Anlagen in Höhe von 8.000 Megawatt. Dadurch steigt die erwartete Erzeugungsmenge aus erneuerbaren Energien auf 204 Terawattstunden. 

Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird durch die EEG-Umlage finanziert. Betreiber einer Solar- oder Windkraftanlage vermarkten den Strom in der Regel selbst, zum Beispiel an der Strombörse, und erhalten dafür die sogenannte Marktprämie. Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen den erzielbaren Markterlösen und der für den Betrieb der Anlage erforderlichen Vergütung aus. Der resultierende Differenzbetrag wird durch die EEG-Umlage auf die anderen Stromverbraucher umgelegt. Die Übertragungsnetzbetreiber geben die Höhe der EEG-Umlage jeweils Mitte Oktober für das Folgejahr bekannt. Dabei stützen sie sich auf Prognosen etablierter Forschungsinstitute. Dazu werden der Stand des EEG-Kontos zum 30. September sowie eine Liquiditätsreserve berücksichtigt. Ob alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten sind, prüft die Bundesnetzagentur. Weichen die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben von den Prognosen ab, werden die Differenzbeträge auf dem sogenannten EEG-Konto erfasst und im Folgejahr mit der Umlage verrechnet.

Im Jahr 2018 wird die EEG-Umlage von derzeit 6,88 Cent/kWh um 0,088 Cent/kWh auf 6,792 Cent/kWh leicht zurückgehen. Bis 2014 war die EEG-Umlage teilweise noch deutlich gestiegen (von 3,59 Cent/kWh im Jahr 2012 auf 6,24 Cent/kWh in 2014), was auf die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch um 10 Prozentpunkte zurückzuführen war. Der leichte Rückgang der EEG-Umlage ist im Wesentlichen auf folgende zwei Faktoren zurück zu führen:

Mit dem EEG 2014 und 2017 wurden die Finanzierung der erneuerbaren Energien erheblich modifiziert. Das EEG 2014 hat Ausbaukorridore vorgegeben, konzentrierte den weiteren Zubau auf die kostengünstigeren Technologien Wind an Land sowie Photovoltaik (PV), schaffte Überförderungen ab und begrenzte den Zubau der vergleichsweise kostenintensiven Biomasse. Mit dem EEG 2017 wurde dieser Ansatz fortgeführt. Mittels der wettbewerblichen Ausschreibungen konnten die Kosten für neue Windenergie- und Photovoltaikanlagen reduziert werden. So sind etwa die Vergütungen für PV-Freiflächenanlagen von 9,47 Cent/kWh Anfang 2015 auf 4,91 Cent/kWh in der letzten Ausschreibungsrunde gesunken.

Ein weiterer Grund für die im kommenden Jahr sinkende EE-Umlage ist der gestiegene Börsenstrompreis. Dieser ist deutlich höher als noch vor einem guten Jahr. Durch die höheren Markterlöse verringert sich die Marktprämie, welche die Differenz zwischen der Vergütung und dem Markterlös des erneuerbaren Stroms ausgleicht. Die Folge: Je höher der Börsenstrompreis und damit die Vermarktungserlöse, desto niedriger die Marktprämien und damit die EEG-Umlage.