18. Mai 2020: Wer Strom bspw. über ein Blockheizkraftwerk oder eine PV-Anlage vor Ort selbst erzeugt und anschließend selbst verbraucht oder aber an Dritte weiterleitet, ist zur Vornahme bestimmter gesetzlicher Meldungen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet. Von Sarah Schweizer.

Hierzu gehört auch die Jahresmeldung nach § 74a Abs. 2 EEG, wonach Eigenversorger die EEG-umlagepflichtigen Strommengen an den verantwortlichen Netzbetreiber melden müssen, damit dieser wiederum die Endabrechnung der EEG-Umlage erstellen kann. Verbraucht der Eigenversorger den vor Ort erzeugten Strom vollständig selbst, war die Meldung bereits zum 28. Februar an den Verteilnetzbetreiber vorzunehmen. In den weit überwiegenden Fällen lässt es sich jedoch nicht vermeiden, dass auch Dritte – bspw. auf dem Betriebsgelände ansässige Drittunternehmen, Handwerker, größere Baustellen oder Getränkeautomaten, mit dem vor Ort erzeugten Strom beliefert werden. In diesem Fall muss die Meldung bis zum 31. Mai gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber vorgenommen werden. Wird die Meldung unterlassen, kann diese empfindliche Sanktionen nach sich ziehen, wie der völlige Wegfall von Privilegierungen und damit eine Nachentrichtung der vollständigen oder einer erhöhten EEG-Umlage für das jeweilige Kalenderjahr (vgl. § 61i Abs. 1 EEG).

Bei der Bewertung, ob und in welcher Höhe eine Stromweiterleitung an Dritte vorliegt, ob eine Schätzung zulässig ist und wie diese zu erfolgen hat, sind die Anfang 2019 in Kraft getretenen Neuregelungen in § 62a und § 62b EEG nebst den Übergangsregelungen in § 104 EEG zu beachten. Zur korrekten Anwendung der Neuregelungen hat die Bundesnetzagentur zudem ein Hinweispapier vorgelegt und konsultiert. Ab einer gewissen Strommenge fordern die Übertragungsnetzbetreiber regelmäßig auch eine Bestätigung der Richtigkeit der Abgrenzung durch ein Wirtschaftsprüfertestat.

Bis Ende diesen Jahres müssen zahlreiche Eigenversorger zudem ein Messkonzept ausarbeiten und vorlegen, das auf Verlangen der Netzbetreiber ebenfalls von einem Wirtschaftsprüfer zu testieren ist.

Gern unterstützen wir Sie bei der rechtssicheren Durchführung der Meldung zum 31. Mai. Sprechen Sie uns an!