05. Juli 2019: Im Zuge der Energiewende stellt sich für Unternehmen immer wieder auch die Frage nach Einsparungsmöglichkeiten von Energie. Bei den nötigen Investitionen haben gerade Mittelständler auf ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis zu achten. Von Carsten Ernst.

Hintergrund

Zu der Energiewende gehört, neben dem schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energien, ebenso die effiziente Nutzung von Energie. Diese Energieeffizienz kann durch eine Reihe verschiedener Maßnahmen und Investitionen umgesetzt werden. Dabei werden meist die hierfür notwendigen Kosten für Investitionen durch Energieeinsparungen wieder ausgeglichen, darüber hinaus werden durch die Installation neuer Systeme an manchen Stellen die Reparatur- und Wartungskosten sinken.

Insbesondere Beleuchtung und IT betroffen

Die größtmöglichen Einsparpotenziale sind bei der Gebäudebeleuchtung und bei Informationssystemen möglich. Es wird geschätzt, dass kleine und mittelständische Unternehmen in diesen Bereichen bis zu 70 Prozent ihrer Energiekosten einsparen können. Zusätzliche Potenziale zur Einsparung ergeben sich u.a. bei Prozesswärme oder Lüftungen, allerdings nur bis rund 50 Prozent. Dabei sind viele verschiedene Maßnahmen denkbar. Zwischen der Installation gänzlich neuer Systeme bis hin zu dem Einbau abschaltbarer Steckdosen leisten alle ihren Beitrag zu einer erhöhten Energieeffizienz.

Staatliche Förderung

In den letzten Jahren hat das Bundeswirtschaftsministerium die staatliche Förderung im Bereich der Energieeffizienz massiv ausgebaut. Hierbei spielt insbesondere die zielführende Beratung seitens zertifizierter Energieeffizienz-Experten eine große Rolle. Beispielsweise erstattet das BAFA als zuständige Behörde im Rahmen des Programms „Energieberatung im Mittelstand“ bis zu 80 Prozent der Kosten der Beratung, die in erster Linie Einsparpotenziale und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung aufzeigen soll. Unternehmen mit jährlichen Energiekosten bis 10.000 Euro erhalten hierbei maximal 1.200 Euro der förderfähigen Kosten erstattet, liegen die Energiekosten höher sind es bis maximal 6.000 Euro.

Bundesweites Energieeffizienz-Netzwerk

Darüber hinaus haben sich gerade in den letzten Jahren in Deutschland viele branchen- oder regionenbezogene Energieeffizienz-Netzwerke gebildet. Mit Stand vom Juli 2019 sind deutschlandweit mehr als 230 solcher Netzwerke mit mehreren Tausend Unternehmen als Mitglieder entstanden. Die Hauptziele der Netzwerke bestehen aus dem Aufbau von energiespezifischem Know-how, dem Erfahrungsaustausch und dem Vermitteln neuer Impulse für technische Innovationen. Erste Auswertungen zeigen, dass die in einem solchen Netzwerk organisierten Unternehmen ihre Energieeffizienz jährlich doppelt so schnell erhöhen wie vergleichbare unorganisierte Unternehmen.