20. Februar 2019: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 15.02.2019 die Ergebnisse der Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land und der Ausschreibung für Solaranlagen, jeweils zum Gebotstermin 01.02.2019, veröffentlicht. Von Dr. Yvonne Kerth.

Die BNetzA hatte die beiden EEG-Ausschreibungen am 17.12.2018 gestartet. Der Gebotstermin war für beide Ausschreibungen zwar derselbe Tag (01.02.2019). Es waren aber zwei getrennte Verfahren. Die Tendenzen, die sich bereits bei den letzten EEG-Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solar abgezeichnet haben, setzen sich fort: Die Ausschreibung für Wind an Land war erneut deutlich unterzeichnet und die Ausschreibung für Solar war deutlich überzeichnet. Im Einzelnen:

Ausschreibungen für Windenergieanlage

Die BNetzA hatte 700 MW ausgeschrieben. Darauf wurden 72 Gebote mit einem Volumen von 499 MW eingereicht. Davon wurden 67 Gebote mit einem Volumen von 476 MW bezuschlagt. 5 Gebote wurden wegen Formfehlern ausgeschlossen. Es wurden also alle wirksamen Gebote – darunter Gebote von 11 Bürgerenergiegesellschaften – bezuschlagt. Der räumliche Schwerpunkt der bezuschlagten Gebote lag in Mittel- und Norddeutschland: Jeweils 18 Gebote entfielen auf Projektstandorte in Niedersachsen und Brandenburg und 12 Gebote auf Standorte in Nordrhein-Westfalen.

Aufgrund der geringen Wettbewerbsintensität reichten die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote von 5,24 ct/kWh bis 6,20 ct/kWh, der in der Ausschreibung als Höchstwert definiert war. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,11 ct/kWh. Für eine erfolgreiche Teilnahme genügte also die Abgabe eines dem Höchstwert (d.h. 6,20 ct/kWh) entsprechenden Gebots. Der Präsident der BNetzA, Jochen Homann, sieht diese Verfestigung des geringen Wettbewerbsdrucks infolge erneut deutlicher Unterzeichnung mit Sorge und mahnt Lösungen an („Gemeinsam mit der Branche und den zuständigen Behörden muss an Lösungsansätzen hinsichtlich der Genehmigungssituation gearbeitet werden.“).

Ausschreibung für Solaranlagen

Für Solaranlagen hatte die BNetzA 175 MW ausgeschrieben. Darauf wurden 80 Gebote mit einem Volumen von 465 MW abgegeben. Bezuschlagt wurden 24 Gebote mit einem Volumen von 178 MW. Lediglich zwei Gebote wurden wegen Formfehlern ausgeschlossen.

Anders als bei der Ausschreibung für Windenergieanlagen gab es bei der Ausschreibung für Solaranlagen erneut einen starken Wettbewerb. Die Ausschreibung war ca. zweieinhalbfach überzeichnet. Der räumliche Schwerpunkt der bezuschlagten Gebote lag mit 22 Geboten in Bayern, wovon 21 Gebote für Freiflächenanlagen auf Ackerflächen sind. Die BNetzA sieht die hohe Zuschlagsquote für Ackerflächen als Ausdruck der ungleichen Wettbewerbsfähigkeit von Solarflächen.

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichten von 4,11 ct/kWh bis 5,18 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt bei 4,80 ct/kWh. Der in der Ausschreibung festgelegte Höchstwert von 8,91 ct/kWh musste also deutlich unterboten werden, um einen Zuschlag zu erlangen. Die Ergebnisse lagen in der Größenordnung der Ergebnisse der vorangegangenen Ausschreibungen.