08. November 2018: Die Elektromobilität befindet sich weiter im Aufschwung. Die aus dieser Technologie resultierenden Vorteile für Unternehmen sollten nicht vernachlässigt werden. Dieser Beitrag geht auf die steuerlichen Erleichterungen und möglichen staatlichen Zuschüsse ein und zeigt zudem imagewirksame Möglichkeiten für Unternehmen auf. Von Carsten Ernst.

Deutliche Reduzierung des geldwerten Vorteils

Die große Koalition plant auch weiterhin die konsequente Begünstigung von Firmenwagen mit Elektroantrieb in steuerlicher Hinsicht. Vorgesehen ist die Halbierung der Bemessungsgrundlage bei der pauschalen Ermittlung des geldwerten Vorteils aus der Nutzung eines Firmenwagens. Fahrzeuge, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden, sind dementsprechend nur mit 1% vom halbierten Bruttolistenpreis für die Privatnutzung zu versteuern. Analog dazu fallen auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nur 0,03 % auf den halbierten Bruttolistenpreis und Kilometer an

Die Gesetzesänderung bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Durch die stark vergünstigte pauschale Versteuerung lohnt es sich von nun an oft nicht mehr, das – zeitlich meist aufwendigere – Fahrtenbuch zu pflegen.

Durch Verfügbarkeit die Aufmerksamkeit erhöhen

Die voraussichtliche Zunahme der Elektro- und Hybrid-Firmenfahrzeuge auf Grund der geplanten steuerlichen Förderung macht einen Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur unabdingbar.

Arbeitnehmer, die ihren privaten PKW kostenlos oder verbilligt aufladen können, erhalten diese Leistung steuerfrei. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass sich die Ladesäule auf dem Betriebsgelände befindet. Attraktiv wird es für Unternehmen zudem, wenn sie die Ladesäulen auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. In diesem Fall kommen zusätzlich Förderungen bzw. Zuschüsse in Betracht.

Neben den staatlichen Zuschüssen gestaltet sich eine öffentlich zugängliche Ladesäule auch unter Marketinggesichtspunkten attraktiv: bspw. zeigen Navigationsgeräte diese öffentlichen Ladepunkte mitsamt Firmennamen auf dem Display an.

Neu angeschaffte bzw. installierte Ladesäulen sollten daher schon heute den Mindeststandard der Ladesäulenverordnung in Bezug auf die Stecker erfüllen. Für die praktische Umsetzung auf dem Betriebsgelände ist eine Kooperation mit einem Energieversorger von elementarer Bedeutung. Dieser kümmert sich um die praktische Umsetzung (Installation, Wartung, Abrechnung, etc.) und um weitere spezielle Vorgaben, wie z.B. die Eichung der Anlagen.

Mit der richtigen Bezahlfunktion zur Kundenbindung

Im Bereich der Software an den Ladestationen gibt es verschiedene Herangehensweisen und gerade dort ist unternehmerische Kreativität und Finesse gefragt. Häufige Nutzer können beispielsweise durch vergünstigte Tarife und Rabatte belohnt werden. Für die Identifikation eines Kunden sind Smartphone-Apps und gechippte Mitarbeiterausweise nur erste Ideen. Trotz aller technisch fortschrittlichen Möglichkeiten sollten - gerade in der Anfangszeit – auch die klassischen Bezahlmethoden verfügbar sein. Dazu zählen Kartenzahlung, webbasierte Zahlungssysteme (z.B. PayPal) und Barzahlung.

Durchdachte Abrechnungsmethoden mit Vorteilen für beide Seiten

Eine Möglichkeit bei Angestellten und Kunden einen positiven Eindruck zu hinterlassen ist das Verschenken von Strom. Damit ergeben sich für die verschiedenen Ladeleistungsempfänger unterschiedliche steuerliche Sachverhalte. Für den Angestellten ist das Laden steuerbefreit. Für Kunden hingegen besteht – sofern die 35€-Freigrenze überschritten ist – steuerpflicht. Das Unternehmen kann dem jedoch entgegenwirken, indem es für den Kunden die Besteuerung übernimmt.

Zu der kostenlosen Variante gibt es verschiedene Alternativen, beispielsweise Pauschalen, etwa pro Nutzung oder pro Monat. Allerdings ist bei diesen Festpreisen auf eine möglicherweise falsche Anreizsetzung zu achten.

Fazit

Wenn Unternehmen eine entsprechende Infrastruktur an Ladesäulen installieren und diese zusätzlich der Öffentlichkeit verfügbar machen, bringt dies nicht nur monetäre, sondern auch imagefördernde Vorteile mit sich. Sich mit diesem Thema auseinander zu setzen ist also nicht nur unter ökologischen sondern auch unter ökonomischen und marketingbasierten Gesichtspunkten und letztlich vor dem Hintergrund der Arbeitgeberattraktivität lohnenswert.