20. September 2018: Die Bundesnetzagentur hat gestern die Ergebnisse der Biomasseausschreibung 2018 veröffentlicht. 79 Gebote mit einem Umfang von 76.537 KW und damit deutlich mehr als im Jahr 2017 wurden bezuschlagt. Dennoch war die Ausschreibungsrunde 2018 durch eine geringe Wettbewerbsintensität geprägt. Von Dr. Yvonne Kerth.

Die Bundesnetzagentur hatte am 10. Juli 2018 die jährliche Ausschreibungsrunde für Biomasseanlagen mit dem Gebotstermin 1. September 2018 eröffnet und insgesamt 225.807 Kilowatt ausgeschrieben. Das Ausschreibungsvolumen errechnete sich aus den gesetzlich vorgegebenen 150.000 Kilowatt (§ 28 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 EEG) abzüglich der Summe der installierten Leistung der außerhalb von Ausschreibungen geförderten Biomasseanlagen und zuzüglich des in der Ausschreibungsrunde 2017 nicht bezuschlagten Volumens (§ 28 Abs. 3a EEG). Eine Besonderheit der Ausschreibungen für Biomasseanlagen ist, dass an der Ausschreibung auch bestehende, d.h. bereits in Betrieb genommene Anlagen teilnehmen dürfen (§ 39f EEG). Voraussetzung dafür ist, dass ihre restliche Förderdauer nach dem EEG weniger als acht Jahre beträgt. Im Fall eines Zuschlags erhalten bestehende Anlagen einmalig eine Anschlussförderung für einen Zeitraum von zehn Jahren.

Bis zum Gebotstermin gingen 85 Gebote ein, wovon sechs Gebote aufgrund formaler Fehler ausgeschlossen wurden. Alle übrigen 79 Gebote wurden bezuschlagt. Davon entfielen nur 13 Gebote auf Neuanlagen mit einer Gebotsmenge von insgesamt 29.481 Kilowatt. Somit haben Gebote für bestehende Anlagen diese Ausschreibungsrunde dominiert: 66 Gebote für bestehende Anlagen mit einem Volumen von insgesamt 47.056 Kilowatt wurden bezuschlagt. Die insgesamt bezuschlagten 76.537 Kilowatt lagen allerdings sehr deutlich unter dem Ausschreibungsvolumen von 225.807 Kilowatt.

Dieses Ungleichgewicht von ausgeschriebenem Volumen und Summe aller Gebotsmengen spiegelt sich in den Zuschlagswerten wieder: Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert aller Gebote beträgt 14,73 ct/kWh, was zugleich der zulässige Höchstwert für neue Anlagen war. Der Gebotswert des niedrigsten bezuschlagten Gebots beträgt 10 ct/kWh. Der Gebotswert des höchsten bezuschlagten Gebots beträgt 16,73 ct/kWh, was zugleich der zulässige Höchstwert für bestehende Anlagen war. Infolge dieser gering Wettbewerbsintensität erhalten die meisten bezuschlagten Projekte die maximal gesetzlich zulässige Forderung.

Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass sich an der geringen Wettbewerbsintensität bis auf weiteres nichts ändern wird. Denn das dieses Jahr nicht bezuschlagte Ausschreibungsvolumen wird in die Ausschreibungsrunde 2019 übertragen, sodass auch dann das Angebot vermutlich deutlich größer sein wird als die Nachfrage.